Cura Caritas Familienpflege Dorfhelferin

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PFLEGETHEORIE NACH KROHWINKEL


Unsere Sozialstation arbeitet nach dem Modell der fördernden Prozesspflege nach Krohwinkel.

Im Rahmen eines 1988 vom Bundesministerium für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit geförderten, pflegespezifischen Forschungsprojektes wurde das Modell Fördernde Prozesspflege von Prof. Monika Krohwinkel entwickelt.

Die deutsche Pflegeforscherin beschreibt als einen Teil ihres Modells, der häufig isoliert betrachtet wird und am bekanntesten ist, 13 Aktivitäten und existentielle Erfahrungen des Lebens (AEDL).

„Lebensprozesse und Lebensbedingungen chronisch kranker, behinderter und alter Menschen erfordern Handlungssysteme, in denen diese Personen und ihre persönlichen Bezugspersonen im zentralen Interesse von Pflege, Betreuung und Behandlung stehen. Hierbei gewinnen die Förderung von Fähigkeiten und Ressourcen an Bedeutung: Fähigkeiten und Ressourcen, welche die betroffenen Personen benötigen, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen und ihre Probleme zu bewältigen beim Realisieren ihrer Aktivitäten des Lebens, dem Sichern und Gestalten ihrer sozialen Beziehungen (und Bereiche) und im Umgang mit existentiellen Erfahrungen des Lebens. Fördernde Prozesspflege bietet für solche Handlungssysteme theoretische und methodische Grundlagen und gibt Hilfen für die Umsetzung in Praxis Management und Qualitätsentwicklung.“ (Prof. Monika Krohwinkel)

 

Pflege wird im Rahmen dieses Modells als fördernder Beziehungs-, Problembearbeitungs-, und Entwicklungsprozess verstanden.
 

Betroffen hiervon sind:

  • direkte Pflege
  • Dokumentation
  • Organisation und Koordination von Pflege, Betreuung und Behandlung
  • Ressourcen
  • delegierte Mitwirkung/Mitverantwortung bei medizinischen Diagnose- und Therapieprozessen
  • Kooperation mit betreuenden/behandelnden Berufsgruppen

 

Ziel ist es, den Pflegebedürftigen und seine Bezugsperson bezüglich der Unabhängigkeit zu fördern und weitgehend individuelles Wohlergehen zu ermöglichen. Beispiele für existentielle Erfahrungen sind:

  • Verlust von Unabhängigkeit
  • Sorge, Angst, Misstrauen
  • Trennung, Isolation
  • Ungewissheit, Hoffnungslosigkeit
  • Schmerzen
  • Sterben

 

Existenz fördernde Erfahrungen:

  • Wiedergewinn von Unabhängigkeit
  • Freude, Zuversicht, Vertrauen
  • Integration
  • Hoffnung
  • Wohlbefinden

 

Erfahrungen, die die Existenz sowohl fördern als auch gefährden:

  • Kulturgebundene Erfahrungen wie Weltanschauung, Glauben und Religionsausübung
  • Lebensgeschichtliche Erfahrungen

 

Das Modell „fördernde Prozesspflege“ besteht aus folgenden Teilbereichen:

 

Rahmenmodell

beschreibt die Interessen, Ziele und Handlungsschwerpunkte fördernder Prozesspflege.

Welche Ziele und Interessen verfolgen die Pflegenden?

 

Pflegeprozessmodell

beschreibt Pflege als fördernden Problemlösungs- und Beziehungsprozess

 

Das Managementmodell

beschreibt die Aufgaben- und Verantwortungsbereiche zur Organisation des fördernden Pflegeprozesses.

Was umfasst den Aufgabenbereich professionell Pflegenden?

 

Das Modell zum reflektierenden Erfahrungslernen

beschreibt den kontinuierlichen Lernprozess der Pflegenden in Anlehnung an den Pflegeprozess

 

Diese verschiedenen Teilmodelle helfen die Bedingungen unter denen Pflege stattfindet, in den Blick zu nehmen und mögliche Veränderungen zu initiieren. Die Einbeziehung der Teilmodelle ist für die Nachvollziehbarkeit des pflegerischen Anliegens und der Absicht des Modells unverzichtbar; sie sind untereinander verzahnt und aufeinander bezogen.


Der Forschungsarbeit von M. Krohwinkel ist es zu verdanken, dass erstmals eine langfristige Erhebung von pflegerischen Daten erfolgte. Sie dienen als Grundlage für pflegerische Interventionen und belegen deren Wirkung.


Es werden konkrete Möglichkeiten aufgezeigt, um pflegerisches Handeln zu optimieren.
Der besondere, positive Blick auf die Fähigkeiten und Möglichkeiten eines pflegebedürftigen Menschen – im Gegensatz zu einer problem- und defizitorientierten Herangehensweise – hat zu einer Verbreitung des Modells v. a. in der Altenpflege und in der häuslichen Pflege beigetragen.
Die Pflege, die als aktivierende Pflege umschrieben wird, sich an der Selbstverantwortlichkeit und an der Eigenständigkeit der Betroffenen orientiert und die die Autonomie des Einzelnen betont, wird ebenfalls mit Krohwinkel in Verbindung gebracht.